5 Schwarze Designer:innen, die man kennen sollte

Im Black History Month wird die Schwarze Geschichte gefeiert. Auch in der Modewelt haben Schwarze mitgewirkt. Sei es als Models, Designer:innen oder als Inspirationen – sie sind überall.

Acrylnägel, Schmuck, Sneaker und vieles weiteres hat seine Herkunft aus der schwarzen Community. Nicht selten kommt es dazu, dass diese Trends bei Schwarzen als problematisch angesehen werden, aber in der Mainstreamwelle gedeihen. Dabei ist es nicht nur bei Schwarzen so, dass ihre Kultur und Mode von Weißen diskriminiert und verboten wird, nur um dann genau von denjenigen getragen zu werden. Auch bei der Darstellung von vielfältiger Schönheit kommt es immer wieder zu Problemen in der Modewelt, denn Diversity ist kein Trend. Bereits Naomi Campell hat das gesagt: “Wir sind kein Trend. Wir sind hier, um zu bleiben.” Schwarze Models werden zwar mittlerweile öfters gebucht, sind jedoch immer noch Mangelware. Oft erhalten sie auch immer wieder dieselbe Rolle, wie der/die sportliche Schwarze. Dabei ist die Modewelt auch von Schwarzen geformt und inspiriert wurden. Womit sie auch ein Teil ihrer Geschichte ist.

Elizabeth Keckley

Elizabeth Hobbs Keckley wurde im Jahr 1818 als Tochter von Sklaven in Virginia geboren. Mit 14 Jahren wurde sie nach North Carolina zu dem Sohn des Plantagenbesitzers und dessen Frau geschickt. Aufgrund von finanziellen Problemen der Gutsfamilie und der Gefahr, dass Elizabeths Mutter verkauft wird, fing sie an, mit ihren Näharbeiten Geld zu verdienen. Innerhalb von 12 Jahren schaffte sie, in St. Louis den Titel der besten Näherin zu erhalten. Dort wurde auch Mary Lincoln das erste Mal auf sie aufmerksam. Ab 1860 wurde Elizabeth die Näherin von Abraham Lincolns Ehefrau. Durch die Veröffentlichung ihrer Memoiren zerfiel zwar das Verhältnis zwischen den beiden Frauen, doch Elizabeth Keckley ist bis heute eine schwarze Frau, die es durch ihr Können geschafft hat, sich von der Sklaverei freizukaufen und einen Fuß in der Modewelt zu fassen.

Ann Lowe

1891 wurde Ann Lowe in eine Familie geboren, die seit Generationen als Näher und Näherinnen arbeitete. Bereits ihre Großmutter war als solche während ihrer Zeit als Sklavin tätig. Die 16-jährige Ann verlor ihre Mutter durch deren plötzlichen Tot und musste ihre Aufträge übernehmen. Darunter auch das Kleid einer Governeursfrau, wodurch sie das Familienunternehmen sichern konnte. 1917 besuchte sie Nähkurse in New York. Da sie die einzige Schwarze war, musste sie alleine in einem Raum arbeiten. 1928 zog sie dann endgültig in die Weltmetropole. Durch ihre hochwertige Arbeit wurde sie schnell unter den Reichen beliebt. Vor allem Debütantinnenkleider gehörten zu ihren Bestsellern, was oft dazu führte, dass die Frauen später auch ihre Hochzeitskleider bei Ann machen ließen. Ihr wohl bekanntestes Kleid war jedoch das von Jacqueline Kennedy Onassis für ihre Hochzeit. Heute ein bekannter Fakt, dass Ann dieses Kleid genäht hatte, wurde sie damals in den Medien nur als “schwarze Näherin” erwähnt. 


Jay Jaxon

Jay Jaxon wurde 1941 in einen traditionellen Haushalt geboren. Erst als er einer Familie in der Nachbarschaft bei der Kinderpflege half, kam er mit der Mode in Kontakt. Nach seinem Studium wollte er zuerst Anwalt werden, nur um dann zu realisieren, dass ihn die Mode mehr interessierte. Weshalb er das Fashion Institute of Technology in Manhattan besuchte. Nach seinem Abschluss in 1966 erhielt er schnell Aufmerksamkeit für sein Talent und fing unter anderem bei Dior und Yves Saint Laurent zu arbeiten an. In den 1970er Jahren zog er zurück nach New York, wo er sein eigenes Label eröffnete und von dort an bis zu seinem Tod Mode designte.

Ozwald Boateng

Ozwald Boateng wurde 1967 in London geboren und wuchs dort mit seinen aus Ghana stammenden Eltern auf. Durch seine Mutter, die als Schneiderin arbeitete, erhielt er den ersten Kontakt zu dem Beruf. Sie brachte ihn auch zum Nähen. Schon früh war Ozwald von den Anzügen seines Vaters beeindruckt und erhielt deshalb mit fünf Jahren seinen eigenen.  Als er 14 Jahre alt war, nahm er den ersten Job an, wo er Futter in Anzüge einnähte. 1991 folgte nach seinem Studium sein eigenes Studio und drei Jahre darauf seine erste Modenschau in Paris. 2007 wurde Ozwald Kreativdirektor von Givenchy Menswear. Seine Anzüge werden unter anderem von Will Smith, Jamie Foxx, Keanu Reeves getragen oder in dem Marvelfilm Black Phanter gesichtet.

Telfar Clemens

Geboren im Jahr 1985 in Queens, wuchs Telfar Clemens als Sohn von aus Liberia stammenden Eltern auf. Während seines Studiums gründete er sein Modelabel. Dessen Logo entstand in der Universität, als ein Lehrer Monogramm aus den Namen der Schüler an die Tafel schrieb. Seine Mode basiert auf dem Unisex Konzept. 2017 designte er die Uniformen von Arbeiter:innen der Fast-Food-Kette “White Castle”. Mit dem Geld bezahlte er das Kautionsgeld von Teenager, welche auf Riker Island festsaßen. Als er im selben Jahr den CFDA gewann, erhielt er genug Geld, um seine Taschen zu produzieren. Heutzutage ist es besonders dafür bekannt, da die “Bushwick Birkin” immer mehr zur Trendtasche wird.