Louis Vuitton – Vom Gepäckhersteller zur wertvollsten Luxusmarke der Welt

FOLGE UNS

Die Erfolgsgeschichte Louis Vuitton begann im Jahr 1837. Im zarten Alter von 16 Jahren machte sich Louis Vuitton auf den Weg nach Paris, um eine Lehre als Kofferhersteller zu absolvieren.

Gründung des Unternehmens 

Louis Vuitton eröffnete 1854 sein eigenes Geschäft  „Louis Vuitton Malletier“ in der 4, Rue Neuve-des-Capucines in Paris, für luftdichte, wasserabweisende Koffer, nachdem er 17 Jahre bei einem Paris Koffer- und Gepäckhersteller beschäftigt war. 

Seine Koffer waren auf die modernen Fortbewegungsmittel der damaligen Zeit, sprich Bahn und Schiff ausgelegt und deshalb sehr leicht und flach gebaut. Bereits nach fünf Jahren beschäftigte er 20 Angestellte in seiner Fabrik in Asniéres. Neben seiner Werkstatt ließ er das Familienhaus erbauen, welches Mitte der 1990-er Jahre in ein Museum umgewandelt wurde. Seine Koffer erfreuten sich großer Beliebtheit und im Jahr 1914 beschäftigte das Unternehmen bereits 225 Mitarbeiter. Die Fabrik in Asniéres wird bis heute für die hochwertigen Artikel des Unternehmens und vor allem Sonderanfertigungen verwendet. In dem Familienhaus ist eine Time Capsule des Hauses zu sehen, die den Besucher mitnimmt auf die einzigartige Reise des Familienbetriebes. 1885 expandierte das französische Unternehmen nach England und eröffnete eine Boutique in London. Ein Jahr darauf entstand das für Louis Vuitton signifikante patentierte Kofferschloss, auch bekannt als das Tumbler Schloss, das bis heute verwendet wird. Besonders zur damaligen setzte das Tumbler Schloss einen Meilenstein in der Kofferproduktion, da es das erste seiner Art war und damals besonders auf Reisen sehr viel gestohlen wurde. Im Jahr 1888 entstand zudem das Schachbrettmuster, bekannt als Damier, welches inzwischen neben dem Monogramm als für das Haus typisch gilt. Ursprünglich diente das Muster genau wie das spätere Monogramm, um vor Fälschungen zu schützen. Als Inspiration für das schachbrettartige Damiermuster diente Louis Vuitton ein Fliesenspiegel an der Wand der Küche des Firmensitzes in Asniéres.

Louis Vuitton ohne Louis Vuitton 

1892 verstarb Louis Vuitton, woraufhin sein Sohn George Vuitton das Unternehmen weiterführte. Unter George Vuitton wurde 1896 das bis heute klassische Louis Vuitton Monogramm erfunden, angelehnt an japanische und orientalische Elemente. Besonders an den Jugendstil angelehnte orientalische Elemente erfreuten sich großer Beliebtheit in der damaligen Zeit. Für das Monogramm des Hauses Louis Vuitton nutze George stilisierte Blüten. 1932 kam die erste Tasche des Hauses Louis Vuitton auf den Markt. Unter dem Namen Noé bekannt, diente die Tasche zum Champagnertransport. Vier Flaschen fanden stehend Platz in dem Handtaschenmodell, während eine fünfte kopfüber transportiert wird. Bis heute ist das erste Modell in zwei Größen erhältlich. Zudem wurde die Steamer Bag und zu Beginn der 1930-er Jahre die Speedy Tasche auf den Markt gebracht. Nach dem Tod George Vuittons in 1936 wurde die Leitung des Unternehmens an seinen Sohn Gaston Louis Vuitton weitergereicht. Dieser entwickelte das heutzutage als Canvas bekannte Material. Das vinylgetränkte Baumwollgewebe sollte bei Louis Vuitton vor allem bei Brieftaschen, Geldbeuteln und Koffern genutzt werden. In der heutigen Zeit arbeitet vor allem das Traditionshaus Gucci mit Produkten aus dem umweltfreundlichen Produkt. Allerdings erlebte das Unternehmen unter Gaston einen starken Umsatzeinbruch. Der Grund dafür war der Rückgang der Nachfrage für robuste Koffer, welcher vor allem an der Etablierung des Fluges sowie Autobetriebes lag. Mitte der 70-er Jahre hatte das Unternehmen nur noch zwei Boutiquen in Frankreich und 60 Angestellte vorzuweisen. 1970 verstarb Gaston LV und sein Enkel Patrick bestieg den Unternehmenssitz. Bis heute leitet Patrick Louis Vuitton die Abteilung für Spezialanfertigungen in der Ursprungsfabrik, neben dem Familienhaus in Asniéres. 

Louis Vuitton wird zu LVMH

Obwohl Louis Vuitton ein stolzes Familienunternehmen war, trug der Retter des Unternehmens einen anderen Nachnamen. Henry Recamier, Ehemann der Enkelin von Gaston LV wurde 1977 mit der Firmenleitung vertraut gemacht und schaffte es, das Unternehmen vom Luxus-Nischenmarkt zum Luxus-Massenmarkt zu revolutionieren. Er eröffnete Boutiquen in Asien, den bis heute stärksten Markt des Hauses und eröffnete weitere Produktionsstätten. Unter ihm ging das Haus 1984 erfolgreich an die Börse und kaufte mit dem Gewinn den Champagnerhersteller Veve Cliquet sowie den Parfümhersteller Givenchy und Anteile der Kosmetikfirma Guerlain auf. Drei Jahre später wurde LVMH geboren. Um sich vor Feinden zu schützen und eine finanzielle Sicherheit zu garantieren, fusionierten die Unternehmen Louis Vuitton und Moët Hennessy und schlossen sich unter dem Titel LVMH zusammen. Bis heute ist LVMH als Luxusgüterkonzern absoluter Marktführer und zählt viele der bedeutendsten und wertvollsten Luxusunternehmen zu sich. 1989 wurde Bernard Arnault, der inzwischen reichste Europäer der Welt, mit einem geschätzten Vermögen von über 188 Milliarden US-Dollar zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Unter Arnault expandierte das Unternehmen weiter und wurde mit gezielten Marketingstrategien zum wertvollsten Luxusunternehmen der Welt. Bereits zum Ende der 1980-er Jahre stieg die Anzahl der LV Boutiquen auf 130 weltweit. Arnault rief zudem den Gedanken ins Leben, alten Modehäusern durch junge Designer frischen Wind einzuhauchen. Neben Alexander McQueen bei Givenchy und John Galliano bei Dior, war es vor allem Marc Jacobs für Louis Vuitton, der eine neue Ära der Mode einleitete. Von 1997 bis 2013 leitete Marc Jacobs erfolgreich das Haus Louis Vuitton und war maßgeblich entscheidend für die Beliebtheit und innovative Ader des Hauses. 

Moderne Inszenierung des Hauses 

Neben modernen Interpretationen des Louis Vuitton Erben, zeigte er 1998 auch erstmal eine Prêt-à-porter Linie des Hauses und erfand den Grundgedanken einer Kollaboration. Was heutzutage bei jedem Label als normal gilt, diente zur damaligen Zeit als Meilenstein des Hauses und beeinflusst bis heute alle gängigen Modeunternehmen. Marc Jacobs entschied bei einem Lunch Date mit Künstler Stephen Sprouse das Unglaubliche: Eine simple Collab, die das Haus Louis Vuitton bis heute dominiert. Der Louis Vuitton Graffiti Look des Künstlers Stephen Sprouse auf den hochwertigen Lederwaren des Hauses erfreut sich noch immer großer Beliebtheit und wird für enorme Summen gehandelt. Die Graffiti Kollektion erschien im Jahr 2001, nachdem Jacobs im Jahr 2000 bereits mit einer Tasche im Lack Look Aufmerksamkeit erregt hatte. Besonders Girl Groups wie die Spice Girl machten das Lackmodell publik, aber auch in ikonischen Filmen wie Clueless ist das signifikante Modell zu sehen. Im selben Jahr entstand zudem das beliebte Charme-Armband des Unternehmens. 2002 zeigte das Haus eine weitere Kollaboration, diesmal mit dem japanischen Künstler Takashi Murakami. Als erste Zusammenarbeit erschien das Taschendesign geziert von Kirschblüten, im Jahr 2003 folgte das bunte Monogramm des Hauses und 2005 schließlich die von Kirschen gezierten Taschenmodelle. Auch diese Zusammenarbeiten sind im Resell bis heute erhältlich und werden zu hohen Preisen gehandelt. Das besonders populäre Taschenmodell Neverfull entstand 2007 und wurde ursprünglich als Strandtasche vermarktet. Inzwischen ist es jedoch nicht der Strand Aspekt für den die Kunden zahlen, sondern die Größe des Modells, denn sie ist wie der Name schon sagt Never Full.

Neue Designer 

2011 wurde Kim Jonas zum Menswear Designer des Hauses ernannt und erlangte durch eine Zusammenarbeit mit Skatermarke Supreme Aufmerksamkeit. Sieben Jahre lang hielt sich Kim Jonas erfolgreich an der Spitze der Menswear Linie des Hauses, bis er 2018b zu LVMH Schwesterfirma Dior geschickt wurde und Off-White Designer Virgil Abloh seinen Posten übernahm. Abloh, der eigentlich als Architekt, Ingenieur und DJ tätig war, lief im Frühjahr 2018 als erster schwarzer Designer über den Laufsteg des französischen Traditionsunternehmens. 2014 wurde zudem Nicolas Ghesquiére als neuer Womenswear Designer ernannt. Zuvor war Ghesquiere bei Balenciaga für die Rettung des Hauses verantwortlich. Marc Jacobs legte seine volle Aufmerksamkeit im Jahr 2013 auf sein eigenes Modehaus, das ebenfalls zur LVMH Gruppe gehört. 

Louis Vuitton ist ein geschichtsträchtiges Familienunternehmen, das für viele Meilensteine in der Leder und vor allem Kofferproduktion verantwortlich ist. Ein Teil von Louis Vuitton zu kaufen bedeutet ein Stück weit auch, die Geschichte des Hauses zu kaufen. In der heutigen Modewelt ist das Unternehmen ausschlaggebend für Trends und It-Pieces verantwortlich und von den Straßen der Welt schon lange nicht mehr wegzudenken. 


FOLGE UNS