Wie südkoreanische Prominente global Ambassador werden

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Immer mehr K-pop Stars repräsentieren Luxusmarken. Von BTS zu Blackpink, die Zahl der Global Ambassador aus Südkorea steigt an. Aber wieso ist das so?

Fast jeder hat von der Netflix-Hitserie Squid Game mindestens einmal gehört. Die Mehrheit hat die Erfolgsserie wahrscheinlich bereits gesehen. Der Erfolg bleibt jedoch nicht nur im Filmformat. Viele Schauspieler:innen sind nun auf Social Media und für Talkshows heiß begehrt. So auch das Model Jung Ho-yeon, welche Nr. 067 in der Serie spielt. Erst letzten Monat gab Louis Vuitton bekannt, dass sie neben der Boygroup BTS als Global Ambassador tätig sein wird. Doch nicht nur das Model ist das Gesicht einer berühmten Marke. Immer mehr Persönlichkeiten aus Asien werden dafür ausgewählt. So auch unter anderem der chinesische Sänger Jackson Wang für Armani Beauty. Wo vor 5 Jahren noch hauptsächliche Personen aus dem westlichen Raum zu sehen waren, ist Diversity ein Must-have!

Die Berühmtheit von K-pop oder doch Corona?

Die Musikrichtung K-pop ist aus der Popkultur nicht mehr hinfort zu denken. Sei es BTS, Twice, Stray Kids oder Red Velvet – immer mehr Gruppen beweisen, dass sie nicht nur in Asien Erfolg haben können. Doch so sehr auch die koreanischen Musik-, Film- und Serienzenen immer wichtiger werden, sie sind nur ein Grund, weshalb die Global Ambassador nun aus asiatischen Ländern kommen.
Tatsächlich hat laut Experten auch der COVID Virus etwas mit dieser Entwicklung zu tun. Denn durch die Pandemie wurde vielen Marken bewusst, dass ihre größte Kundschaft aus China und anderen asiatischen Ländern kommt. Diese konnte aufgrund der Reiseverbote jedoch nicht nach Europa reisen, was zu den schlechten Verkaufszahlen in den letzten Jahren beigetragen hat. Um die Verkaufszahlen wieder zu erhöhen, werden inzwischen Gesichter als internationaler Botschafter gewählt, die auch in diesen Regionen bekannt und berühmt sind.

Wer ist überhaupt Global Ambassador?

Vor allem die Musikszene aus Südkorea hat mehrere Personen, die für Luxusmarken als Botschafter:innen agieren. Wie bereits erwähnt sind BTS  für Louis Vuitton tätig. Doch sie sind nicht die einzigen! Auch die Girlgroup Blackpink weist mehrere Modemarken vor. Jennie ist das Gesicht von Chanel und Calvin Klein, Lisa von Celine und Bvlgari, Rosé für Yves Saint Laurent & Tiffany & Co. und Jisoo für Dior. Die Luxusmarke Gucci hat stattdessen Sängerin IU und Sänger Kai von EXO erwählt. Ein weiteres Beispiel, dass Girlgruppen gut für diese Rolle geeignet sind, ist Red Velvet. Irene ist zusammen mit ihrem Labelkollegen Chanyeol für Prada tätig, während ihre Mitglieder Joy (für Tod’s) und Seulgi (für Salvatore Ferragamo) gewählt worden. Die Liste könnte ewig weiter gehen, mit Marken wie Loewe, Givenchy oder AMI. Brand Ambassadors machen auf die Marke, das Unternehmen oder spezifische Produkte aufmerksam. Das geschieht über Spots, Postings oder vor Ort im Rahmen von Promo-Aktionen. Der Fokus liegt dabei weniger darauf, Produkte zu verkaufen als mit der anvisierten Konsumenten-Zielgruppe in Kontakt zu treten.

Aber wir kennen diese Promis gar nicht!

Trotz der großen Berühmtheit von der asiatischen Popkultur, vor allem die von Südkorea, ist das Ganze für viele Personen aus dem Westen Fremdgebiet. Ihnen sagt zum Beispiel die Namen Jennie, Lisa, Rosé oder Jisoo von Blackpink nichts. Was für viele ein Grund sein könnte, sich nicht mit der Luxusmarken, die die Mädchen jeweils repräsentieren, zu assoziieren. Doch dieses Argument ist nicht besonders wichtig, wenn bedacht wird, dass in asiatischen Ländern oft von westlichen Stars Billboards oder Anzeigen zu sehen sind. Die dort auch nicht jedem geläufig sind. Nicht nur, dass die Zielgruppe somit geografisch erweitert wird, nein, auch verjüngen asiatische Global Ambassador die Zielgruppe. Sie ziehen vor allem junge Personen an, was für jede Marke ein wichtiger Punkt ist, da diese Personen später die neue Kundschaft bilden und der Zielgruppenerweiterung dienen. 

Unser Fazit

Dass nun mehr Diversity und Inklusion auch bei Luxusmarken zu sehen sind, ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Denn Mode und Beauty betrifft nicht nur ein Teil der Welt. Heutzutage ist es geläufig, dass Trends aus Asien stammen. Besonders im Bereich Mode und Beauty. Deshalb gibt es keinen Grund, die Herkunft und Repräsentation weiß zu waschen. Die Berühmtheit von Musikgruppen, Serien oder Filme aus Asien sind der beste Beweis, dass die Zukunft der Popkultur ab sofort nicht mehr in Hollywood oder generell im Westen entschieden wird, sondern auch in asiatischen Ländern. Außerdem ist der Gedanke, dass ein Kind mit asiatischen Wurzeln durch eine Werbung mit einer Person, die genauso aussieht, inspiriert wird und sich gesehen fühlt, Grund genug, diese Entwicklung zu unterstützen! Denn leider ist die Repräsentation von unterschiedlichen Kulturen und Diversity innerhalb unserer Medien sehr niedrig. Wer dem widerspricht, sollte sich mal den letzten Marvelfilm zu Herzen nehmen. In Shang-Chi steht nämlich zum ersten Mal ein asiatischer Superheld vor der Kamera – und das nicht nur als Nebenrolle. Und das nach 23 Superhelden-Filme. Das macht mehr als offensichtlich, wie wichtig die Inklusion innerhalb der Popkultur ist.


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